Betriebliche Altersversorgung

Information vom 25. Juli 2013

Seit 1. Juli 2013 ist die Entgeltbescheinigungsverordnung (EBV) in Kraft, die deutsche Arbeitgeber umsetzen müssen. Sie hat erhebliche Auswirkungen auf die Darstellung der betrieblichen Altersversorgung (bAV) in der Lohnabrechnung.

Bisher gab es keine einheitliche Regelung für die Inhalte und die Gestaltung der Lohnabrechnung. Dies führte insbesondere bei den Sozialversicherungsträgern, die ihre Leistungen vom Einkommen des Versicherten ableiten (z. B. das Krankengeld), häufig zu Problemen. Durch die EBV werden nun die Inhalte der Brutto-Netto-Abrechnung deutschlandweit angeglichen, um sicherzustellen, „dass den Sozialleistungsträgern bundesweit einheitliche Angaben aus der Bescheinigung zur Verfügung stehen. Mit der Verordnung wird nicht nur den Arbeitgebern ein Mindeststandard für die monatlich auszustellenden Entgeltbescheinigungen vorgegeben. Die Softwarehersteller erhalten überdies einheitliche Vorgaben für die Programmierung der Bescheinigungssoftware.“
(BR-Drs. 657/12)   

Durch die EBV wird zukünftig der Begriff des „Gesamtbruttos“ allgemeingültig definiert. Bei vielen Lohnabrechnungen wurden bisher die arbeitgeberfinanzierten Beiträge für die bAV zum Gesamt-Brutto addiert und am Ende der Abrechnung wieder abgezogen. Dadurch war für den Arbeitnehmer erkennbar, wie hoch die Leistungen seines Arbeitgebers sind bzw. welche Prämie insgesamt in die bAV einfließt.

Beispiel für eine DATEV-Abrechnung1:

Ein Arbeitnehmer wandelt monatlich 200 EUR in eine Pensionskasse um. Sein Arbeitgeber zahlt hierauf einen Zuschuss von 50 EUR.

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Der Arbeitgeberzuschuss wurde zum Gesamtbrutto addiert, auf das sich die Entgeltumwandlung dagegen nicht auswirkte. Unser Beispielarbeitnehmer mit einem Lohn/Gehalt von 2.653,84 EUR erreichte dadurch ein Gesamtbrutto von 2.703,84 EUR.

Am Ende der Abrechnung wurde der Pensionskassenbeitrag von insgesamt 250 EUR vom Verdienst abgezogen.

Ab sofort wird die bAV nicht mehr beim Gesamtbrutto berücksichtigt. Deshalb wirken sich weder der Arbeitgeberbeitrag noch die Entgeltumwandlung darauf aus. Das Gesamtbrutto bleibt somit beim Lohn/Gehalt von 2.653,84 EUR.

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Allerdings wird jetzt auch nur noch die Entgeltumwandlung auf der Entgeltbescheinigung als Abzug dargestellt. Der Arbeitnehmer könnte somit im ersten Moment annehmen, dass sich sein Beitrag von ursprünglich 250 EUR auf 200 EUR vermindert hat. Das ist jedoch nicht der Fall.

Fazit:

Durch die neue EBV werden die Gehaltsabrechnungen in Deutschland vereinheitlicht. Dies ist zwar grundsätzlich positiv zu werten, wird jedoch in der Umstellungsphase für einige Irritationen sorgen.

Während bisher die bAV in der Regel unabhängig von Ihrer Finanzierungsart in der Gehaltsabrechnung dargestellt wurde, darf sie sich nun nicht mehr auf das Gesamtbrutto auswirken. Um unnötige Verwirrungen zu vermeiden, sollten Vermittler ihre Firmenkunden gezielt ansprechen und auf die Umstellung hinweisen. Die DATEV bietet auf ihrer Internetseite unter dem Link http://www.datev.de/portal/Show Content.do?pid=dpi&cid=218325 eine hilfreiche Unterlage mit leicht verständlichen Beispielen und weiteren Informationen an. Da die Mitarbeiter künftig die Beiträge nicht mehr unmittelbar in der Gehaltsabrechnung erkennen können, empfehlen wir, jährlich eine Übersicht der Gesamtbeiträge zur bAV den Gehaltsabrechnungen beizufügen. Außerdem trägt das möglicherweise zur Wertschätzung für diese betriebliche Zusatzleistung und ihren entgelterhöhenden Charakter bei. Die Standard Abrechnungsprogramme bieten hierfür entsprechende Auswertungen an.

Darstellung der Auswirkung der neuen Entgeltbescheinigungsverordnung (EBV) auf der Brutto/Netto-Abrechnung:
DATEV – Darstellung auf der Brutto-Netto-Abrechnung.pdf

1 Entnommen aus DATEV: Darstellung der Auswirkungen der neuen Entgeltbescheinigungsverordnung (EVB) auf die Brutto-/Nettoabrechnung, abzurufen unter http://www.datev.de/portal/ShowContent.do?pid=dpi&cid=218325
(Stand: 18.07.2013)

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